Montag, 21. März 2016

Das merkwürdige Verhalten junger Autoren und ihrer Verleger zu Buchmessezeiten



Die Leipziger Buchmesse 2016 ist vorbei. Unwideruflich. Vier Tage Messe lassen in mir das dringende Bedürfnis zurück, mich meinem Therapeuten anzuvertrauen. Oder eben meinem Blog. Blog ist billiger, daher fällt mir die Entscheidung leicht und zugunsten des Blos aus.

Schon nach einem Tag Messe postete ich auf Instagram, dass es jetzt wirklich Zeit sei, ernsthaft über eine Delfintherapie nachzudenken. Messe ist eben so. Anders. Inspirierend anders, aber auch verstörend anders. Vor allem für Außenstehende, sozusagen Nicht-Eingeweihte und Autorenneulinge wie mich. 
Während eine eng befreundete Autorenkollegin am vierten Tag der facebook-Community mitteilte, dass sie noch frisch wie ein junger Cosplayer sei, überlegte ich mir ernsthaft, wer sich diesen schwachsinnigen Spruch von wegen: "Wir sehen uns morgen in alter Frische" wohl ausgedacht haben mag. Ich meine, bei alt bin ich ja noch dabei, aber frisch? Im Moment fühle ich mich in etwa so frisch, wie zweihundert Jahre gereifter Cheddar. Wenn ich mir so meinen rechten Arm betaste, muss ich doch mit annähernder hundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass er von der ganzen Tütenschlepperei ernsthafte Langzeitschäden davongetragen hat. Immer noch möchte er mir phantomschmerzartig weiß machen, dass ich eine schwere Tragetasche in meiner Armbeuge mit mir herumschleppe. Allerdings kommt mir das abends um viertel nach zehn im Bett liegend als ziemlich unwahrscheinlich vor ... Aber ich schweife ab. Erst mal der Reihe nach und zum Beginn meiner nur halbernst gemeinten Analyse des "merkwürdigen Verhaltens junger Autoren und ihrer Verleger zu Buchmessezeiten"
Es ist nämlich so: die Leipziger Buchmesse war meine erste in Leipzig und nach zwei nur kurzen Besuchen der Frankfurter Buchmesse, blieb ich dieses Mal ganze drei von vier Tagen auf der Messe und fand mich und mein Vorhaben dann doch recht kühn, um nicht zu sagen: mutig. Hier mein Tatsachenbericht:

Ich stehe am ersten Messetag um Punkt 9.55 Uhr vor Halle 2 mit gefühlten 2.866 Menschen vor dem überdachten Zugang, der in Leipzig wie die gläserne Variante eines Iglu-Zugangs, den man mit einer Hängebrücke gekreuzt hat, daher kommt - und sehe mich um. Überwiegend Familien auf der Suche nach neuem Lesestoff, dazwischen Fachbesucher und am entgegengesetzten Ende der Eingangshalle, vor einer anderen Iglubrücke anstehend: ungefähr zweihundert Mangafans, alle verkleidet als Sailor Moon oder anderen Mangahelden, die meisten halbnackt, oder komplett im Ganzkörperfellkostüm. Die wollen aber nicht in mein Iglu, sondern zur Manga Comic Con in Iglu, äh Halle 1. Das ist mir recht. Nicht, dass ich etwas gegen verkleidete Menschen habe, aber nach einem verstörenden Besuch in einem kalifornischen Halloween Erschreck-mich-Park, erwarte ich neuerdings von jedem verkleideten, stark geschminkten Menschen, dass er die Arme hochreißt und mir ins Gesicht brüllt, wie ein Zombie kurz nach der Apokalypse. Dass ziemlich viele Cosplayer an diesem Tag das Kostüm des "Jokers" aus Batman gewählt haben, macht die Sache auch nicht gerade besser. 
Zwei Minuten vor zehn. Ich werfe einen schnellen Blick auf meinen Terminplan für diesen Tag, der vollgestopfter ist, als sämtliche Alkohollager Kölns kurz vor Karneval. Und da bemerke ich auch schon die ersten entscheidenden Fehler für diesen Tag, die mir im Messevorbeitungsstress wohl entgangen sein müssen: eine Terminüberschneidung und eine fehlende Ortsangabe für einen weiteren Termin. Ich seufze, stecke dann resigniert mein Handy weg und nehme mir fest vor, die Signierstunde einer befreundeten Autorin früher zu verlassen, um den Termin mit einem Verlag noch zu schaffen, der mit mir über meinen Blog im allgemeinen und eine spezielle Bloggeridee meinerseits im Besonderen, reden möchten. Ich habe nämlich nicht nur drei Verlage, bei denen ich Bücher veröffentliche, sondern auch drei weitere Verlage, für die ich blogge. Einen Moment denke ich mir, dass man das auch sicher hätte anders angehen können, aber dann rufe ich mir in Erinnerung, dass es das ist, was ich liebe: schreiben, lesen und bloggen. Streng genommen befinde ich mich also gerade im Himmel, auch wenn mir der Mann neben mir gerade versehentlich seinen Ellenbogen in die Seite rammt. Es ist eben eng für junge Autoren wie mich auf der Buchmesse. 


Ein Gong ertönt, woraufhin die Sicherheitsleute pflichtschuldig die Massen in ihre jeweiligen Iglus strömen lassen. 
Ich freue mich auf mein Iglu, denn ich werde zuerst zu einem meiner drei Verlage marschieren, deren Mitarbeiter ich bisher noch nicht persönlich kenne. Vor dem Stand hat sich bereits eine kleine Menschenmasse versammelt, als ich ihn endlich gefunden habe. Die Verlegerin entdeckt mich, woraufhin sie mich stürmisch umarmt. Alle Leute gucken. Ich fühle mich geschmeichelt. 
Dennoch erkenne ich, die Anzeichen von Stress auch an ihr, den so ziemlich alle Messeaussteller typischerweise zeigen. "Die Kataloge sind noch nicht angekommen", raunt sie mir nach unserer herzlichen Begrüßung ins Ohr. Die Grimasse, die sie dabei zieht, lässt mich dennoch kichern. Der Klassiker zur Messe. Irgendwas geht ja immer schief. 

Zwischenfazit 1: Murphys Law zeigt sich auf Messen besonders unerbittlich. Was schiefgehen kann, geht schief. 

Als nächstes habe ich ein Treffen mit einer besonders engen Autorenkollegin an der Fantasy Leseinsel ausgemacht. Mit zwei Kaffeebechern in der Hand sitzen wir da und führen ein Mittelding zwischen geschäftlicher und privater Unterhaltung. Hinter uns schreit ein High Fantasy Autor irgendetwas ins Mikro. Es muss sich dabei um eine Kampfszene auf einem mittelalterlichen Schiff handeln, denke ich. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der Herr Autor nicht etwas übertreibt, in seinem Versuch uns die Lautstärke von zweidutzend kämpfenden Seefahrern nahezubringen. Meine Kollegenfreundin redet trotzdem weiter über unser gemeinsames Projekt. So ein paar raubärtige Seemänner können uns gar nichts. Wir sind eben Nerds, denke ich. Es geht bei uns 24/7 also irgendwie in jeder Stunde des Tages, an jedem Tag der Woche ums schreiben. Irgendwann wechselt der Vorleser an der Fantasy Leseinsel vom schreienden Proklamierer zur Stimme eine Frau mittleren Alters, die ebenfalls beginnt aus ihrem Werk vorzulesen. Meine Kollegin hebt den Blick, verzieht dann das Gesicht. Ich frage mich schon, ob es daran liegen könnte, dass ich heute morgen mein Deo vergessen haben könnte, doch sie erklärt mir, dass die neue Vorleserin die Autorin ist, die kürzlich versucht hat, die Machenschaften von Plagiatsautoren herunterzuspielen. Ich nicke. Nicht fein. Gar nicht fein. 
Zwei Minuten später kommen noch mehr Autoren aus einem großen Verlag auf uns zu und setzen sich zu uns. Die größte von ihnen stutzt irritiert, lauscht zwei Sekunden der aktuellen Vorlesestimme am Mikro und sagt; "Och nö. Ist das die ...?"

Zwei Stunden später, nachdem ich fast alle meine Verlage in Halle 2, 3 und 4 besucht habe, bin ich auf dem Weg zu einem Vortrag einer befreundeten Autorin. Da ich im Anschluss gleich eine Signierstunde abhalten soll, habe ich vorsichtshalber schon mal das T-Shirt mit dem großen Verlagslogo auf dem Rücken und meinem Namen auf der Brust angezogen. Den ganzen Weg über starren mir also wildfremde Leute auf die Brust. Sie glauben sicher, ich sei irgendwie wichtig, dabei liegen sie damit bei mir natürlich falsch. Ich habe das Gefühl einen entscheidenden Denkfehler gemacht zu haben. Also tue ich notgedrungen so, als fände ich das Gestarre auf meine Oberweite keineswegs irritierend und nehme mir vor, das später auf irgendeine Weise zu verarbeiten. Bei einem Tee oder so. Unterwegs treffe ich zwei befreundete Autorinnen. Man kennt sich ja irgendwie immer irgendwoher und es überrascht mich nicht, dass ihr Ziel derselbe Vortrag derselben befreundeten Autorin ist. Ein stark geschminkter Cosplay-Gargoyle kommt uns entgegen und ich zucke zusammen. Wir biegen nach rechts ab und sehen schon die Bühne für besagten Vortrag vor uns aufragen. Ich zupfe an meinem T-Shirt. Zu spät fällt mir ein, dass unsere gemeinsame Freundin den Vortrag auf der Bühne eines Verlags hält, der nicht ganz so gut auf den Verlag zu sprechen ist, dessen T-Shirt ich gerade trage, um es höflich zu formulieren. Da es jetzt sowieso zu spät ist und ich bereits die ersten pikierten Blicke kassiere, denke ich mir, dass sowieso schon alles egal ist und setze mich zu meinen befreundeten Autoren in die erste Reihe, genau in die Mitte. Alle anderen Zuschauer haben damit den besten Blick auf meinen Rücken mit Verlagslogo. Ein schöner Rücken kann ja auch entzücken, denke ich mir und richte mich dabei noch ein kleines bisschen mehr auf. 

Meine Signierstunde eine Dreiviertelstunde später kommt mir danach wie ein Spaziergang vor. Auch wenn ich zweimal fast meinen eigenen Namen falsch schreibe. Ich schiebe es auf die späte Uhrzeit und den Stress der sechs vorangegangenen Termine. 

Abends falle ich um 8 Uhr todmüde ins Bett. Das mit der Einladung zu einer gewissen Messeparty an diesem Abend wird damit wohl nichts mehr, ist mein letzter Gedanke, bevor ich in einen traumlosen Schlaf falle. 

Am zweiten Messetag tun mir zwar immer noch die Füße weh, aber ich kann nicht schon am zweiten Tag aufgeben, denke ich mir. Also ziehe ich mein Programm für heute trotzdem durch. 

Zwischenfazit 2: Es muss zu Messezeiten mit schmerzenden Füßen und plötzlich auftauchenden grippalen Infekten gerechnet werden. Gute Vorbereitung ( Einlegesohlen und Medikamenten einpacken!) ist also alles. 

Unterwegs auf der Messe begegnen mir noch mehr Autoren, und noch mehr gestresste Verleger, Lektoren und Social Media Verlagsmitarbeiter. Einer gestresster als der Andere. Wieder andere schleppen sich trotz Grippe durch die Hallen. Vorsichtshalber mache ich einen großen Bogen um Letztere. Andere Autoren, die mich zur Frankfurter Messe noch mit vollkommener Nichtbeachtung gestraft haben, möchten mich nun unbedingt kennenlernen, als sie meinen Namen auf dem Autorenausweis lesen. Auf einmal bin ich also dank meiner zwei neueren Veröffentlichungen interessant.  

Ich habe ein weiteres Treffen mit befreundeten Autoren an unserem Geheimtreffpunkt ausgemacht. Leider benutzen die Fantasy Leseinsel noch weitere Autoren als Treffpunkt, daher weniger geheim, aber das ist auch okay. So kann man neue Leute und alte Freunde wiedersehen. 
Noch mehr gestresste Menschen, noch mehr Cosplayer in neuen Kostümen, rennen an mir vorbei. Ich ziehe den Kopf ein. 
Um 15 Uhr verabschiede ich mich wieder mit dem obligatorischen "Sorry, mein nächster Termin ..." und stehe um Punkt 15.15 Uhr zur verabredeten Zeit am Verlagsstand meines größten Verlags. Dort habe ich einen Termin mit meiner Lektorin. Das Manuskript steht kurz vor der Veröffentlichung und wir wollen über die letzten kleineren Änderungen sprechen. Ich ducke mich unter einem ausladenden Cosplayer Kostüm hinweg, der mich fast mit seinem Flügel umgenietet hätte. 
Am Verlagsstand nenne ich nur leise meinen Vornamen und den Vornamen meiner Lektorin. Das finde ich bescheidener als groß Vor- und Zuname herauszuposaunen. Die Empfangsdamen sind freundlich und schieben mir genauso freundlich einen Zettel über den Tresen, mit der Information, dass mir meine Lektorin eine Nachricht hinterlassen habe. Natürlich. Mit Handyempfang ist es ja nicht weit auf der Buchmesse. Zu viele Menschen. Also zurück zum Mittelalter und Zetteln. Auf dem Zettel steht, dass meine Lektorin dort auf mich wartet, wo ich gerade hergekommen bin. Unser Geheimtreffpunkt Fantasy Leseinsel ist also keineswegs mehr als Geheimtipp anzusehen. Seufzend wühle ich mich zurück durch die Massen in Halle 2. Alle unangenehmen Gerüche ignorierend schaffe ich es erstaunlich schnell. Da ich meine Brille nicht dabei habe, bin ich aber sofort aufgeschmissen, denn plötzlich ist es rund um die Fantasy Leseinsel wegen einer großen Lesung total überlaufen. Glücklicherweise trägt meine Lektorin im Gegensatz zu mir ihre Brille auf dem Kopf und findet mich in der Menge. Sie sieht gehetzt aus. Ungefähr so gehetzt wie ich mich fühle. 
Kurz darauf treffe ich bei zwei weiteren meiner Verlage auf noch mehr gestresst wirkende Menschen. Trotzdem sind alle freundlich. Auch wenn man mit niemand lange reden kann, denn jeder lässt nach ein paar Minuten den Kommentar fallen: "Sorry, ich habe gleich noch einen Termin." Das finde ich irgendwie erleichternd, denn ich habe auch schon wieder Sorge, meinen nächsten Termin nicht zu schaffen. 

Zwischenfazit 3: 
Auf Buchmessen hetzt jeder Fachbesucher von einem Termin zum nächsten. 

Mit einem Taxi schaffe ich es gerade rechtzeitig in die Innenstadt, wo im Theaterhaus ein paar ausgewählte Buchblogger, darunter auch ich, zu einer exklusiven Vorstellung der neuen Titel des Loewe Verlags bei englischem Tee und Sandwiches geladen sind. Ich freue mich.
Leider sind ungefähr zehn Blogger viel zu spät dran, weswegen sich der Beginn der Veranstaltung verschiebt. Dadurch sehe ich meinen nächsten Termin: ein Verlagsessen in Gefahr, aber das bringt mich heute Abend ausnahmsweise mal nicht aus der Ruhe. Da ich ein Drittel der anderen Blogger kenne, plaudere ich ein wenig mit ihnen, was sehr zu meiner Entspannung beiträgt. Ich bin dankbar. Auch darüber, dass keine gruselig verkleideten Cosplayer unter uns weilen. 
Drei gehetzt aber freundlich wirkende Mitarbeiter möchten jetzt endlich anfangen. Und da stürzen auch schon die letzten Blogger herein. Ihre Atmung geht schnell, als seien sie bis hierher gerannt. Ich winke sie an meinen Tisch und umarme Lisa, eine Freundin von mir. Dann geht es auch schon los. 
Exklusiv werden uns neue Buchtitel vorgestellt, die wir auf Wunsch als Rezensionsexemplare zugeschickt bekommen können. Das finde ich toll. Als Überraschungsgast liest Ursula Poznanski aus einem brandneuen Werk von ihr, definitiv mein Highlight des Tages. So entspannt war ich sicher seit vorgestern Abend nicht mehr. Dann ist es sechs Uhr abends. Freundlich aber bestimmt, wird uns mitgeteilt, dass im Anschluss eine weitere Veranstaltung im selben Raum ansteht. Das macht uns aber nichts. Denn wir sind stresserprobte Blogger und wollten sowieso gerade fluchtartig das Feld räumen. Also tausche ich noch schnell ein paar Visitenkarten aus und erzähle der Loewe Social Media Managerin von meiner neusten Idee für den Blog. Sie ist sofort interessiert und bittet mich, ihr per Mail mehr Informationen darüber zu schicken. Ich fühle mich geschmeichelt. 

Als nächstes schnappe ich mir im Coffee Shop nebenan einen Latte und tippe am Handy einen Blogbeitrag, bevor ich glatte 15 Minuten zu spät zum Verlagsessen erscheine. Fast alle sind schon da. Aber das ist okay. Das Essen entspannt mich ein wenig mehr. Ungefähr zwanzig Autoren, die ich fast alle persönlich kenne sind dabei und einer witziger als der Nächste. Während des Essens lache ich mich schlapp über all die Anekdoten der Anwesenden. Ich steuere ein paar eigene bei. Vor allem über die Sache mit dem Verlags T-Shirt gestern beim Vortrag eines anderen Verlags, stößt auf großes Gelächter. Unsere Verlagschefin, die neben mir sitzt, entspannt sich langsam. Die Ärmste wurde den ganzen Tag am Messestand belagert. Zum Beispiel von Magazinen und Buchhändlern, die nach einer Leseprobe zu meinem neusten Buch fragten, die ich noch nicht geliefert habe, was in mir sofort ein schlechtes Gewissen auslöst. 
Um zehn Uhr spiele ich kurz mit dem Gedanken, noch zu einer gewissen Preisverleihungsparty zu fahren. Denn eins  meiner Bücher wurde in der Kategorie Romance für einen Autorenpreis nominiert, den ich sicher nicht gewinnen werde, wenn ich bei besagter Party zur Verkündung der Shortlist nicht erscheine. Doch ich verwerfe den Gedanken schnell wieder. Zu müde. 

Am Samstag Morgen laufe ich mit klopfendem Herzen zum Congress Center. Am Nachmittag soll ich bei der Leipziger Autorenrunde gemeinsam mit einer Social Media Managerin meines Verlags, die ich gut kenne, einen Vortrag zum Thema "Social Media Werbung für Autoren", halten. Zuerst möchte ich mir selbst ein paar Vorträge anhören. 
In der Akkreditierungs-Schlange, lerne ich eine zauberhafte Autorin kennen, die Gothic-Thriller schreibt. Ich bin fasziniert. Wir machen ein Selfie und finden, wir sehen auf dem Foto nebeneinander aus wie Charlotte und Max aus "Two Broke Girls". Gemeinsam lauschen wir einem Vortrag und sind happy. Nach einem weiteren Vortrag sagen wir beide gleichzeitig: "Sorry, ich habe gleich noch einen Termin." Wir grinsen und verabschieden uns. 
Ich nehme rennend die nächste Rolltreppe und dann zu Fuß eine Wendeltreppe nach oben auf der mir schwindelig wird. Gerade rechtzeitig komme ich beim Impress Bloggerlunch an. Wieder kenne ich ungefähr jeden dritten Blogger und plaudere mit ihnen. Toll, dass ich sie alle kurz vor meiner Abreise noch sehen kann, denke ich. 
Der Bloggerlunch wird super abwechslungsreich moderiert. Zahlreiche neue Buchtitel werden vorgestellt. Teilweise vom Verlag oder von den Autoren selbst. Ein paar Fotos der Präsentation schicke ich sofort den jeweiligen mit mir befreundeten Autoren per Facebook und sage ihnen, wie cool ich ihr neues Cover finde. Ein Video, das ein befreundeter Autor geschickt hat, weil er leider nicht kommen konnte, lässt den ganzen Saal kichern. Ich schicke ihm ein Foto und lobe ihn für das Video. Er fragt sofort zurück, ob anwesende Blogger ihn ausgebuht haben. Ich sage: ja alle. Füge dann aber einen zwinkernden Smiley hinzu. Die Bloggerin, die neben mir sitzt und die ich seit fast einem Jahr gut kenne, meint, sie müsse leider jetzt schon gehen, wegen einem Termin. Ich nicke und sage, dass ich auch schon früher los muss. Wegen eines Termins. Alle haben Verständnis. Dennoch bleibe ich bis zum Gruppen-Foto und stecke eine Goodie Tüte ein, die ich auf meinem Blog verlosen möchte. Dabei räume ich mit meiner Tasche ausversehen mehrere Lesezeichen vom Tisch. Das ist mir peinlich, aber wegen meiner zahlreichen Taschen am Arm und dem Gedränge kann ich mich leider noch nicht mal danach bücken. 
Ich rase also die Wendeltreppe wieder herunter, wobei mir fast mein IPhone entgleitet und drei Stockwerke tief fällt. Glücklicherweise kann ich das im letzten Moment noch verhindern. Wahrscheinlich hegt das Telefon schon dezente Suizid-Gedanken nach all dem Stress. Schließlich beherbergt es meinen Terminkalender ...

Zehn Minuten zu spät komme ich schlitternd vor einem gewissen Verlagsstand zum Stehen. Dort bin ich mit einem befreundeten Autor verabredet, den ich meiner Verlegerin vorstellen möchte. Er hat das inzwischen allerdings selbst in die Hand genommen. Auf meinen fragenden Blick hin, nickt er mir zu. Also hat er bereits eine Zusage in der Tasche. Wir schlagen ein und ich bin ein bisschen stolz auf ihn. Er ist bereits umringt von zahlreichen Autoren, die wir beide gut kennen. Alle feiern ihn. 
Zufällig tauchen ein paar weitere Autoren, die mit mir bei einem anderen Verlag unter Vertrag sind und wir machen zu sechst ein Selfie. Dabei flattern meine Nerven, denn als letzter Terminpunkt vor meiner Abreise, steht ja noch mein Vortrag an. 


Also laufe ich los und hole wie besprochen die Social Media Managerin am Verlagsstand ab. Gemeinsam gehen wir zum Congress Center. Der Vortrag läuft trotz vieler Zwischenfragen, die uns zu viel Zeit stehlen, um alle Punkte in der vorgegebenen Zeit abzuarbeiten, wirklich hervorragend. Als wir fertig sind, raunt meine Social Media Managerin mir zu: "Sorry, ich muss los. Hab gleich noch einen Termin."

1 Kommentar: