Donnerstag, 11. Februar 2016

Rezension "Infernale" - Sophie Jordan


Infernale
Autor: Sophie Jordan
* Herausgeber: Loewe
* Preis: 17,95€ Hardcover 
* Buchlänge: 384 Seiten

Inhalt: 

Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet.
Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand.
Niemand sagte: Das geht nicht.
Niemand sagte: Mörderin.Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet - eine Mörderin?

Zum Buch:
Ich fand die Grundidee des Buchs sofort super clever, denn die Autorin greift hier ein aktuelles Thema auf: Attentäter und zunehmende Gewalt in der Bevölkerung. Es ist Sophie Jordan gelungen ein wirklich einleuchtend realistisches Zukunftsbild zu zeichnen. Man fragt sich unweigerlich: Was wäre, wenn man in Zukunft wirklich Mörder anhand eines Gentests erkennen könnte? 
Im Verlauf des Buchs (der der Autorin im Übrigen extrem spannend gelungen ist) fiebert man auf jeder Seite mit der armen Davy etwas mehr mit. Sie wurde als HTS-Genträgerin identifiziert und dadurch quasi von der Gesellschaft ausgestoßen. Man fragt sich unweigerlich, ob dieser Hass und die Demütigungen, die sie danach von "normalen" Mitmenschen erfährt, nicht einfach dazu führen müssen, dass sie doch irgendwann zur Mörderin wird. Obwohl sie eher das Gegenteil einer Mörderin zu sein scheint. Ich an ihrer Stelle hätte mir ja zumindest überlegt, meine Ex-Bestefreundin umzubringen, nach den Grausamkeiten, die sie Davy angetan hat .... Jedenfalls kommt man dadurch noch tiefer in die Story rein, man kritisiert automatisch das HTS-System. Schließlich tun normale Menschen den HTS-Trägern schlimme Dinge an, was nicht bestraft wird. HTS-Genträger bekommen dagegen für kleinste Vergehen schreckliche Strafen. Da wird man dann doch nachdenklich. Zumindest ich habe viel über dieses gesellschaftskritische Buch nachgedacht. 
Natürlich kommt die Liebe im Buch auch nicht zu kurz und abgesehen von seinem extremen Beschützerinstinkt, finde ich diesen Aspekt auch realistisch in die Geschichte eingeflochten. 

Schreibstil: Ich liebe die Art wie Sophie Jordan erzählt. Flüssig, atemberaubend spannend und manche Sätze waren so episch, dass ich sie mir notiert habe. Sensationell!
Spannung: Dieses Buch ist ein absoluter Pageturner. Zu meinem Unglück konnte ich nicht aufhören zu lesen und habe dadurch bis nachts halb drei gelesen, wodurch ich in den nächsten Tagen echt müde war. Hat sich aber gelohnt!!

Figuren: Die Figuren konnte ich mir alle sehr gut vorstellen, fand ihren Background plausibel und eben realistisch gezeichnet, vielleicht mit Ausnahme von Sean, dem umwerfenden männlichen Hauptcharakter, ebenfalls HTS-Genträger. 

Schwachpunkte: Das ist natürlich meckern auf hohem Niveau aber mich haben besonders zwei Klischees doch etwas gestört:
1. Davy und Sean müssen in der neuen Schule gemeinsam ein Projekt bearbeiten, bei dem sie sich gegenseitig interviewen müssen. So eine "Wendung" kommt in gefühlt jedem dritten Jugendbuch vor (damit das künftige Paar die Abgründe des anderen erfährt sowie die gegenseitigen Adressen, nehme ich an) und ich kann es einfach nicht mehr lesen! Fällt denn keinem Autor eine elegantere Lösung ein?!? Beinahe hätte ich das Buch an der Stelle weggelegt, aber ich bin froh, dass ich es nicht getan habe. 
2. Auch in gefühlt jedem 3. Jugendbuch legt der männliche Hauptcharakter einen extremen Beschützerinstinkt an den Tag, der aus meiner Sicht nicht realistisch sondern total übertrieben ist. (Fast) immer ist er im richtigen Moment zur Stelle und prügelt sich für Davy und das, obwohl er recht spät wie es scheint, erst Gefühle für sie entwickelt. 

Fazit: Von diesen beiden Kleinigkeiten abgesehen, (schließlich ist kein Buch perfekt) vergebe ich hier die Bestnote. Mich hat das Buch total umgehauen. Ein absoluter Pageturner, der in jedes Buchregal von Dystopie-Liebhabern gehört! Vergesst "die Bestimmung & Co." Hier kommt "Infernale"!! Spannung und Herzrasen garantiert. 
Deshalb vergebe ich 5 von 5 Sternen!!

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